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Hörsaal 4, Universität für angewandte Kunst Wien (Altbau, 1. Stock)
Anhaltend haben Frauen um Anerkennung im künstlerisch-kulturellen Kontext gekämpft. Aus dem Schatten männlicher Prädominanz hervorgetreten, gelingt es ihnen, eigene spezifische Positionen zu präsentieren und zunehmend selbstbewusst auch weibliche Vorbilder zu benennen. Die dabei zum Einsatz kommenden Strategien sind ebenso vielfältig wie beziehungsreich. Neben Rückgriffen auf Mythos und Geschichte, prähistorische und antike Vorbilder, die in einer mehr oder weniger fiktiven Genealogie eingereiht werden, werden konkret auch verwandtschaftlich-familiäre Beziehungen aufgerufen. Beispiele finden sich im buchkünstlerischen Werk von Carola Willbrand, ebenso im performativ-bildkünstlerischen von Annegret Soltau – um nur zwei Beispiele zu nennen.
Doch erscheinen die gezielt um der eigenen weiblichen Position willen bemühten Genealogien im einen wie im anderen Fall nicht unproblematisch. So werden Brüche und Unstimmigkeiten Teil der künstlerischen Strategie, Nähte und Flickstellen buchstäblich sichtbar gemacht. Fast exzessive Ausmaße nehmen sie in den zerstückten und aus mehreren Generationen neu zusammengeführten Körpern von Annegret Soltau an. Ironisch verbrämt treten sie bei Willbrand auf.
PD Dr. Viola Hildebrand-Schat ist Privatdozentin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen bei der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.
