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Was war die Kunst des Kalten Krieges? Das ?American Action Painting?, vom CIA gefördert und in Gestalt Jackson Pollocks zum Emblem westlicher Freiheit stilisiert? Oder jene abstrakte Kunst, mit der man im Westen an die Tradition der Klassischen Moderne, des Bauhauses und des russischen Konstruktivismus anzuknüpfen versuchte?
Die Kunst der zweiten Moderne galt den Zeitgenossen als ?kalt?: Sie schien von allen Inhalten gereinigt zu sein, arbeitete mit Schaltkreisen und zahllosen Reihen penibel eingefärbter Quadrate und handelte in ihren Manifesten von experimenteller Ästhetik oder der ?Programmierung des Schönen?. Ihr Pendant bildete eine politisch engagierte und insofern als ?heiß? verstandene Kunst. Auch sie wollte experimentell verfahren und suchte den veränderten Bedingungen zu entsprechen, die das neue Zeitalter, das als das technische, das atomare oder das Informationszeitalter firmierte, den Künsten aufgab. Um jenseits der Fixierung auf die kulturpolitische Instrumentalisierung der Abstraktion zu einer konkreteren Beschreibung davon zu gelangen, was die Kunst des Kalten Krieges auszeichnet, wird Vera Wolff die zeitgenössischen Debatten um das Verhältnis von Wissenschaft, Kunst und Technik aufsuchen und zeigen, wie sich die Kunst mit dem Wissensarsenal des Kalten Krieges auseinandergesetzt hat.
Vera Wolff ist Kunsthistorikerin und arbeitet an der Professur für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich. Zuvor war sie u. a. Mitarbeiterin des Basler NFS eikones und am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg. Ihre Forschungsinteressen betreffen insbesondere die Kunst- und Wissensgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie materialikonografische und wahrnehmungshistorische Fragen. Sie war im WS 2014/15 IFK_Research Fellow.
