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Am 30. Januar 2015 starb Carl Djerassi im Alter 91 Jahren in San Francisco. Als Sohn einer österreichisch-bulgarischen jüdischen Ärztefamilie musste er 1938 aus Wien flüchten und begann in den Vereinigten Staaten eine steile wissenschaftliche Karriere als Chemiker. Durch seinen Beitrag zur Entwicklung der “Pille” wurde er weltberühmt. Nachdem der Professor an der Stanford University weit über 1000 wissenschaftlichen Beiträge publiziert und mit Ausnahme des Nobelpreises alle wichtigen Preise in seinem Fach erhalten hatte, wandte er sich in den 1980er Jahren der Literatur zu. Mit seinen Romanen, Dramen, Kurzgeschichten und Gedichten etablierte er ein neues literarisches Genre, die ?Science-in-Literature?, das die Naturwissenschaften und insbesondere ihre Protagonisten als kulturelle Phänomene darstellt. Mit dem Beginn seiner literarischen Periode hat er seine Beziehung zu seiner Heimatstadt Wien und zu Österreich erneuert und verstärkt – sinnfällig ausgedrückt u.a. durch die Schenkung der Hälfte seiner Klee-Sammlung an die Wiener Albertina.
In dieser Gedenkveranstaltung werden Walter Grünzweig und Gabriele Seethaler Carl Djerassis Stellung als Grenzgänger zwischen Kulturen und Disziplinen, zwischen Chemie, Literatur und Kunst, als Wiener Jude und austroamerikanischer Wissenschaftler würdigen.
Einlass 16:45 Uhr
Eintritt frei
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11, 1010 Wien
