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Buchpräsentation des 2016 erscheinenden Fotobandes:
A PHENOMENOLOGY OF WATER
118 Seiten
Format: 21cm x 15 cm
Offene Fadenheftung, Schweizer Broschur,
Fotografie: Mario Rott
Cover-Gestaltung: Friederike Hofmann bureaunoveau.de
19 Uhr: Gespräch mit Sabine Kienzer
Präsentation der Videoarbeiten:
POW, 2015, 12 min.
Bloodshift, 2013, 2 min.
«Wasser ist die Akzeptanz des Unbekannten, der Dämonen, der Emotionen, des Sich-gehen-Lassens und auch das Zulassen, dass man mit ihm fliesst.»
Nick Mevoli ( 1981 – 2013)
Zur ?Phänomenologie des Wassers?, 2016
Mario Rotts filmisch-fotografische Auseinandersetzung mit dem Medium Wasser beschreibt dieses nicht nur als veränderte thermische Zone: Im Tauchen und Schwimmen erfahren wir das Wasser als etwas, das das Erscheinen aller Dinge, Farben, Klänge eigenartig modifiziert und genau in dieser Abwandlung des Erscheinens von anderem selbst erscheint. Unter Wasser sind Töne seltsam verfremdet, der gesamte akustische Kosmos verschiebt sich, verzerrt sich in sich. Ebenso ist auch der optische Kosmos eigentümlich verrückt. Alle Farben wirken unter Wasser anders. Und es fühlt sich auch alles anders an. Und in diesem “Anderssein” erscheint das Wasser. In dieser Weise erscheint das Medium Wasser uns Landlebewesen.
J. Soentgen, 2015
Wasser entzieht sich unserer Tendenz zu ?verdinglichen?, wir können es nicht anfassen, sondern nur darin verweilen – es im Sinne Vilém Flussers und seines Vampyroteuthis Infernalis als Gegenwelt betrachten.
Wenn Flusser über den Abgrund des Meeres und den seiner Seele als ein und denselben (je nach Betrachtungsweise bloß gespiegelten) spricht, so deutet er auch den Verlust der Sprache an. Bedingt durch das tatsächliche Eintauchen in das von uns schon lange verlassene Medium – ein Verweis auf die Möglichkeit einer metaphorischen Exploration unseres menschlichen Daseins. Des uns bestimmenden Merkmals der Sprache beraubt, erahnen wir den Abgrund, der sich in und unter uns befindet.
Die zwischen 2013 und 2015 entstandenen Fotografien, die jetzt im Fotoband Phenomenology of Water erstmals publiziert wurden, greifen einige dieser Aspekte und die emotionale Qualität des lebensnotwendigen Mediums auf.
Bewusst wird auf die chromatische Darstellung der Unterwasserlandschaft verzichtet, um jenseits der farbigen Abbildung klassischer Unterwasserfotografie ein ?Phänomen an sich? zu beschreiben: Das uns umgebende Medium Wasser als mystischer Ort der Ontogenese unserer eigenen Spezies.
Mario Rott, Februar 2016
