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Seminarraum7
Der erste Vortrag der Vortragsreihe “Kunst-Forschung-Geschlecht”
Interview heißt sich gegenseitig sehen. Trifft der Blick dabei auf einen Schleier, wird er ungleichzeitig mit sich selbst, gedoppelt und gebrochen in einem anderen Blick, der mit sieht und mit gesehen wird. Statt gegenständlich zu erfassen, sprechen wir in einem Raum, dessen Fluchtlinien sich im Jenseits zu verdunkeln scheinen, um von dort autorisiert in die Welt zurückzukehren. Doch zwischen diesen beiden Polen ist der Schleier ein blinder Fleck, der die Aufteilung in Profanes und Heiliges verwirrt. Durch von anderswo herkommende Geschichten und durch den eigenen Mythos kolonisiert, zirkuliert er im Informationsraum einer Opazität, die Flucht und Linie indirekt aufeinander bezieht und neue mediale Gebrauchsweisen für die Arbeit der Differenz und die Bewegung des Inadäquaten erfindet. Das zeugt vielleicht von einem Mangel an Vorstellungskraft und muss doch nichts Unwirkliches bedeuten. Gewollt und systematisch indirekt schauen wir der Komplexität der Welt ins Gesicht.
Eva Meyer
Philosophin, Schriftstellerin, Filmemacherin, lebt in Berlin. Zahlreiche Bücher von Zählen und Erzählen (1983, NA 2013) bis Legende sein (2016). Ihre Arbeit ist eine Praxis des Wissens, die zwischen Realität und Fiktion, Theorie und Performanz rezitiert und neu verhandelt.
