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"Kunst - Film - Dokument": Tito among the serbs for the second time

Öffentlichkeit Film Screening
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1 Termin
Dienstag 27. März 2018

»Kunst - Film - Dokument«: TITO PO DRUGI PUT MEDJU SRBIMA (TITO AMONG THE SERBS FOR THE SECOND TIME)

»Tito ist toter als tot - das Land, das er personifiziert hat, ist untergegangen«, verkündete Boris Buden, fast dreißig Jahre nach dem Tod Titos, auf einer Podiumsdebatte in Hamburg.
Josip Broz Tito (1892-1980), langjähriger Präsident des ehemaligen Jugoslawien, ist in dem Dokumentarfilm TITO AMONG THE SERBS FOR THE SECOND TIME von den Toten wieder auferstanden. Auf der Suche nach seinem >untergegangenen Land< macht er sich auf den Weg in die serbische Hauptstadt Belgrad. Seine tot geglaubte Erscheinung ruft bei den PassantInnen in der Fußgängerzone unterschiedlichste Reaktionen, Emotionen und Fragen hervor. »Ich weinte, als du starbst, und dann bedauerte ich meine Tränen«, meint eine Frau auf dem Bürgersteig. »Aber jetzt, wenn du wirklich wieder zurückkommen würdest, würde ich dich wählen!«, ruft sie ihm zu. Der von ?elimir ?ilnik 1994 während der Amtszeit Slobodan Milo?evi?s fertig gestellte, teils dokumentarische, teils fiktive Film lässt über den Belgrader Schauspieler Dragoljub Ljubi?i?, bekleidet mit Marschallsuniform und Brille, den verstorbenen Tito wieder aufleben. Mit seinem Dokumentarfilm konfrontiert ?elimir ?ilnik die Bevölkerung mit ihrer noch nicht aufgearbeiteten Vergangenheit und damit auch mit der Gegenwart des von Milo?evi? geführten Regimes: »The past disappears, is never rationally appraised. It becomes a big black hole, a toboo, a gap in our identity. And taboos lead to repression and savagery in Bosnia«. Die Figur Tito, egal ob gespielt oder real, bringt die PassantInnen dazu, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und löst dabei widersprüchliche Reaktionen aus. Für die einen ist Tito eine heilbringende Persönlichkeit, die mit »fester Hand« wieder Ordnung ins Chaos bringen wird, für die anderen die eigentliche Ursache der blutigen Konflikte. Die Bereitschaft der PassantInnen mitzuspielen überrascht und berührt zugleich, da die sichtbaren Emotionen keine gespielten sind.

Goran Devi?s dokumentarischer Kurzfilm UVOZNE VRANE porträtiert ebenfalls eine post-sozialistische Gesellschaft. Die - angeblich durch den kommunistischen Aktivisten Weber eingeführten - Krähen in dem kroatischen Städtchen ?i?ak vermehrten sich im Laufe der letzten 50 Jahre zusehends. Fragen nach ihrer wirklichen Herkunft bleiben in der Bevölkerung weithin ungeklärt. Kamen sie aus China? Aus Russland? Oder womöglich aus Serbien? Die Bewohner empfinden diese »Weber-Krähen« als Plage und sehen darin einen Grund, Maßnahmen zu ihrer Ausrottung zu veranlassen. Kletterer werden engagiert, um die Nester samt den jungen Vögeln von den Bäumen zu entfernen. Ein Bosnier erzählt, dass es ihm im Bürgerkrieg genauso ergangen sei wie den Krähen. Sein Haus sei ebenfalls durch die Luft geflogen und nun habe er nichts mehr. Diese durch den Film führenden Parallelen zwischen Gesellschaft und Krähen werfen Fragen in Bezug auf die Folgen des Kommunismus, ethnischer Zugehörigkeit und das Recht zu töten auf. (ks)

Archiv-Screenshot:

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