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Personale Josef Dabernig
21. - 25. Mai 2010 Metro Kino
Die von Bärbel Vischer kuratierte Ausstellung ,,Excurses on Fitness” im Wiener MAK, die noch bis September zu sehen ist, macht die konzeptuelle Prägung und Reflexion gesellschaftlicher Strukturen deutlich. Unübersehbar dabei sind aber auch die medienübergreifenden Verbindungen, die zum komplexen Ineinander der Künste beitragen. Die Untersuchung der Möglichkeiten der Disziplinierung auf individueller und auch kollektiver Ebene lassen sich auch in Dabernigs filmischen Werk nachweisen: Ob in WISLA (1996) Sport und Spiel in die räumliche Leere laufen, in JOGGING (2000) die neuen Wüsten des Betons zum durchrasten Austragungsort werden oder in PARKING (2003) eine komprimierte Variante des fight clubs in Unterwäsche zur brutalen Diskussion antritt: Abläufe der Bewegung, hin bis zur Flucht, verhelfen zu einer detaillierten Befragung von Regeln und streng vorgegebenen sozialen Codes. Das Moment und Potential der Reise ist dabei ebenso von Bedeutung wie der wiederkehrende Einsatz des Automobils als Beleg für Technologisierung der Gesellschaft und der verdeckten mythologischen Aufwertung des Gefährts. Bei all dem darf der passende Soundtrack nicht fehlen: Nach Co-Autorschaften mit Markus Scherer, Isabella Hollauf und der Künstlergruppe G.R.A.M. sowie Zusammenarbeiten mit Olga Neuwirth, Binder & Kriegelstein oder Michael Palm hat für Dabernigs aktuellsten Film HERNA (2010), der im Rahmen der Personale auch seine Wienpremiere erfährt, Bruno Pellandini eine konterkarierende Tonebene geschaffen. Während sich der Protagonist in Ort und Zeit verliert, Frau und Kind im Wagen festsitzen, entlädt sich auf der Textebene ein dramatisches Kaleidoskop von vier Stimmen.
Mit einer umfassenden Personale zu Josef Dabernig würdigt das Filmarchiv Austria einen der facettenreichsten Künstler und konsequentesten Filmemacher Österreichs. Der 1956 in Kötschach-Mauthen geborene Dabernig ist in den unterschiedlichsten Bereichen tätig: Seien es nun seine vom Konzept Umschrift geprägten Autographen, fotografische Strecken oder Objekte aus dem Bereich der Bildenden Kunst - immer sind die Konzepte und Kontexte des Environments von konstituierender Bedeutung für seine Werke. Im synthetischen Zusammenspiel zwischen den Künsten, das nicht zuletzt von Theorien und Praxen der concept art zehrt, nehmen seine international vielbeachteten Kurzfilme einen besonderen Platz ein, zeigen sich in ihrer streng-strukturellen Bauweise nachhaltig durchdrungen von einem beiläufigmelancholischen Trockenhumor und einem listigen Spiel mit narrativen Andeutungen, die ihnen eine unverwechselbar existentialistische wie rätselhafte Kontur verleihen.
FR 21.5., 18:15 | MO 24.5., 20:00
Carte Blanche: IL VANGELO SECONDO MATTEO I/F 1964
REGIE, BUCH Pier Paolo Pasolini
KAMERA Tonino Delli Colli
SCHNITT Nino Baragli
MUSIK Luis Enríquez Bacalov, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Sergej Prokofjew, Anton Webern
MIT Enrique Irazoqui, Margherita Caruso, Susanna Pasolini, Marcello Morante, Mario Socrate
PRODUKTION Arco Film, Lux Compagnie Cinématographique de France
LÄNGE 137 Minuten
Originalfassung mit deutschen Untertiteln
