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Themroc

Film Video Theorie Screening
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1 Termin
Mittwoch 3. November 2021

Über Nacht ist an der Fassade des frisch renovierten Georg-Emmerling-Hofs – gegenüber dem Schwedenplatz – ein großes Loch entstanden. Die Täter sind auch zu sehen: zwei Arbeiter, einer hammerschwingend, der andere rastend. Die zunehmend prekäre Wohnsituation von vielen und die begehrlichen Angriffe gegen den sozialen Wohnbau werden durch „Themroc“, die neue Arbeit des Künstlerkollektivs Steinbrener/Dempf & Huber thematisiert.

Der titelgebende Film „Themroc“ (1973) erzählt in subversiver Weise die Geschichte eines Arbeiters (Michel Piccoli), der sich gegen die Tristesse seines Daseins wehrt und im Zuge dessen die Außenwand seiner Wohnung mit einem Vorschlaghammer einschlägt.

Mittwoch, 3. November um 20:00 FILM: THEMROC
Tickets reservieren: stadtkino@stadtkinowien.at

FILM: THEMROC, 1973 von Claude Faraldo mit Michel Piccoli, Béatrice Romand und Marilù Tolo, 110 min, 35mm

Eines Tages hat der Arbeiter Themroc die Nase voll vom monotonen Alltag: Er verweigert die gutbürgerliche Ordnung, nagelt die Wohnungstür zu und bricht die Wand zur Straße auf! Themroc mutiert zum Höhlenmenschen und genießt ungeniert das unzivile freie Leben. Seine Nachbarn sind schockiert, doch plötzlich ergreift eine Woge der Begeisterung die ganze Stadt - die Menschen wollen frei sein! Die autoritäre Staatsmacht muss der Anarchie natürlich Einhalt gebieten, aber Themroc eröffnet nun Jagd auf die Polizisten, um sie zu essen.

“Ein wilder, wüster, triebhafter, saulustiger, unfassbar gegen den Strich bebürsteter Anarcho-Kultfilm-Klassiker, der heute, 35 Jahre nach seinem Entstehen, wie von einem anderen Stern wirkt. Wenn man so will, die klassische französische Kunstfilm-Version von Fight Club.” (filmtipps.at)

Zur Kunstinstallation “Themroc”

„Themroc“ knüpft ästhetisch an die idealisierten Darstellungen von Arbeitern in Gemeindebauten an. Vor allem in den 20er- und 30er Jahren ist eine Vielzahl von Kunstwerken für Gemeindebauten entstanden, die sich gewissenmaßen im politischen Gleichklang mit den Bewohnern befanden.

Steinbrener/Dempf & Huber aktualisieren mit ihrer großen Halbplastik auch die Darstellung des Gemeindebaubewohners. Es bleibt aber offen, ob „Themroc“ einen Akt gegen die sich immer mehr dramatisierende Wohnsituation zeigt, oder ob hier die Errungenschaften des sozialen Wohnbaus gerade von denen attackiert werden, für der er eigentlich errichtet wurde.

Die Figuren von „Themroc“ sind stilistisch den Plakaten und Skulpturen der 20er-Jahre des roten Wiens nachempfunden. Es ist durchaus beabsichtigt, den Betrachter ob der Datierung des Kunstwerkes zu verunsichern. Man könnte dies als Teil einer selbstironischen Methode verstehen künstlerische Eitelkeiten ad absurdum zu führen.

Steinbrener/Dempf & Huber – Themroc
Georg-Emmerling Hof, 1020 Wien, Obere Donaustraße 97–99 - ab 15.10. ab 12 Uhr

Fast alle öffentlichen Projekte der letzten Jahre hat das Künstlerkollektivs weit über den Köpfen der Betrachter installiert. Oft waren es kleine Objekte, wie der Steinbock auf der Glatze der 42 Meter hohen Bismarck-Statue in Hamburg, aber alle spielten mit dem Moment des Unglaublichen. So verwirrte die Gruppe von Arbeitern, die auf einem weit auskragenden I-Träger, in schwindelnder Höhe über der Stadt schwebend, zwischen Baukränen ihre Mittagspause einlegte, so wie auch die Touristen-Information, die in eine Steilwand der Ötschergräben, für jeden Wanderer unerreichbar, montiert wurde.

Archiv-Screenshot:

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