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Opening
Donnerstag, 10. Juni 2021
15:00 bis 20:00 Uhr
Wir möchten Sie sehr herzlich zur Eröffnung der ersten Einzelausstellung des Künstlers Milen Till in unseren Wiener Galerieräumen einladen. Unter dem Titel „Vermessen“ macht sich Till an eine ganz subjektive Einordnung künstlerischer Ikonen mit Hilfe objektiver Gerätschaft und Methodik. Er nimmt Maß an berühmten Werken, großen Namen, einflussreichen Vorbildern und bedeutenden Meistern.
Für Milen Till ist die Kunstgeschichte ein einziger großer Fundus. Unbefangen und ohne Scheu greift er auf Versatzstücke vergangener Epochen zurück und interpretiert sie auf spielerische Weise um. Dabei bedient er sich nun eines ungewöhnlichen Werkzeugs. Inspiriert durch den Münchner Volkskomiker Karl Valentin „vermisst“ Milen Till die Kunstgeschichte mit dem Zollstock. Während Valentin, der dadaistische Sprachkünstler und gelernte Schreiner, die zusammenklappbaren Messstäbe als Requisiten für seine Sketche einsetzte, werden sie in Tills Kunst zum vielseitigen Gestaltungsmittel.
Die Zollstöcke werden bedruckt, bemalt, gekürzt, collagiert oder frei im Raum arrangiert. Sie dienen als einziges und ausschließliches Arbeitsmaterial für den schöpferischen Prozess, ersetzen Pinsel, Farbe, Leinwand und Staffelei. Mal werden mit ihnen legendäre Kunstwerke nachempfunden, mal stehen sie stellvertretend für große Künstlerpersönlichkeiten in deren exakter Körpergröße im Raum, mal verfremden und ergänzen sie Zollstock-Arbeiten aus der Vergangenheit. Ob Piet Mondrian oder Kasimir Malewitsch, Josef Albers oder Sigmar Polke, Agnes Martin oder Barnett Newman – alle werden zum Objekt der Vermessung und Assemblage.
Mit seinen spielerischen Neuinterpretationen nimmt Till die von Geniekult und überbordender Männlichkeit dominierte Kunstszene des letzten Jahrhunderts aufs Korn. Er hinterfragt den machtvollen Gestus großer Formate, die ungebrochene Bedeutung großer Namen und die besondere Wiedererkennbarkeit ihrer Werke. Aus den überhöhten Kunstwerken wird durch den Einsatz der Zollstöcke ein Manifest gegen die Sakralisierung der Malerei und für eine Annäherung der Kunst an das Leben.
Milen Till wurde 1984 in München geboren. Seit 2016 studiert er bei Gregor Hildebrandt an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seine Arbeiten waren bereits in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, unter anderem in Berlin, Madrid, München, Köln, Wien, Mailand und Paris.
