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Archipel des Selbst. Kunstwerke von Juex & Hendrik Janßen

Bildende Kunst Eröffnung Ausstellung
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1 Termin
Freitag 21. Februar 2020
21. Feb. 2020
Fr
19:00
Archipel des Selbst. Kunstwerke von Juex & Hendrik Janßen

Archipel des Selbst. Skulpturen, Grafiken und Malerei von Juex & Hendrik Janßen.

Termine: Vernissage: 21.02.20 (in Anwesenheit der Künstler*innen) & Finissage am 20.03.2020 Colab, Schweglerstraße 46, 1150 Wien

Timetable for the event:
19:00 - 19:30 Opening
19:30 - 20:30 Performance
20:45 - 21:15 Talk with the artists
21:15 - till end Exhibition

„Natur muss im fiktiven Raum stattfinden, weil ein realer, zeitgenössischer Naturraum ein zivilisierter bzw. gebändigter wäre. Ein fiktiver Naturraum, wie der Wald, bietet einen unkontrollierbaren, mystischen Raum, der abseits jeder zeitgenössischen Realität steht. Es herrscht Chaos. Der Wald ist der düstere Ort, in dem sich Hänsel und Gretel verlaufen, der Protagonist von American Werwolf in seinen Fieberträumen ein Reh reißt, John Rambo sein Vietnam-Trauma erneut durchlebt und das Ehepaar aus Lars von Triers Antichrist den Tod ihres Kindes zu überwinden sucht. Der Wald ist immer auch Rückzugsort für das Nicht-Angepasst, für Menschen, die sich außerhalb jeder normativen Ordnung befinden. Gleichzeitig ist er eine Falle, in die man versehnlich tritt. Überleben kann nur, wer sich de Raum anpasst und seine Gefahren kennt.“
-Jan Grünwald: Males Spaces, 2012-

„Die Natur ist dein Feind.“ Und doch lässt wohl keine Ansammlung kollektiver Imaginationen das Herz der Deutschen höher schlagen und mit mehr Stolz erfüllen. Und hier dürfen und müssen eben auch Österreicherinnen und Österreicher einbegriffen werden, deren wahnhafte Fokussierung auf einen - ihre Kultur scheinbar so bestimmenden - Grund und Boden so wenig Unterschiede zu jenen der Deutschen aufweist.

Die Natur ist nicht nur real ein umkämpfter Raum, sondern formt in ihrer philosophischen Abstraktion die Grundlage für eine zutiefst reaktionäre Bestimmung und Ausdifferenzierung der Menschen, die diesen Boden bewohnen. Tief verwurzelt ist der Glaube, d. eine bestimmt geographische Verortung eine spezifische gesellschaftliche Ordnung evoziert oder das der Mensch von archaischen Kräften fundamental und unhintergehbar in seinem Wesen geprägt wird. Selbst die Aufklärung könnte diese mythologisch überdeterminierten Räume niemals vollends entmystifizieren, sondern produzierte lediglich neue Mythen, die sich umso fester und, von jeglichem reflektiven Zugang mehr denn je gelöst, in den Köpfen der Menschen verankern konnten.

Und so werden Vorstellungen einer vermeintlichen Natur nicht eben nur von jenen reaktionären Kleingeistern immerwährend bemüht, die aus eben jenen Imaginationen ganze gesellschaftliche Funktionssysteme ableiten, sondern auch das gemeine Bürgertum und scheinbar progressiv Linke saufen, ficken und spenden zahlreich, um den heimischen Naturraum tapfer bis auf die letzte Eiche zu verteidigen.

Das Co]l[lab widmet sich mit einer Sammelausstellung der Künstler*innen Juex und Hendrik Janßen diesen diskursiven Räumen. Juex verewigt in ihren Skulpturen den grauenerregenden Verfall scheinbar organischen Materials und lässt hierbei die Grenzen zwischen Künstlichkeit und vermeintlicher Naturalität vollends verschwinden. Ihre Arbeiten nehmen den Verfall unter das Brennglas und stoppen ihn am scheinbaren Höhepunkt des Verfalls. Eine Hoffnung auf Erneuerung oder gar Metamorphose gibt es hier nicht mehr. Was bleibt ist das Unbehagen der hoffnungslosen Endlichkeit.
Der Zugang von Hendrik Janßen scheint hier – zumindest augenscheinlich – ein positiver. Seine Objekte frönen hemmungslos der Imitation scheinbarer Natürlichkeit und transgressieren hierbei bewusst die Grenze zwischen Real und Fiktion. Seine Arrangements sind hierbei surrealistische Zusammenkünfte, in denen sich Tod, Leben, Fiktion und Realität in einem undurchdringbaren Knäul ineinander verschieben.

Beide stellen unsere Imaginationen und Vorstellungen von Natürlichkeit in derartiger Radikalität in Frage, d. am Ende nur uns selbst der Versuch der eignen Reflektion über unsere Teilhabe an kollektiven Wahnvorstellungen bleibt.
Das Co]l[lab kontrastiert und erweitert diese Blicke und Zugänge der Künstler*innen zudem durch umfangreiche Zeichnungen, die so in Österreich zum Teil erstmals exklusiv gezeigt werden.
Wir laden ein zu einer spannende Reise in die Abgründe gesellschaftlicher Gewissheiten und ein paar Drinks.

Termine: Vernissage: 21.02.20, 19:00 – 21:00 Uhr (in Anwesenheit der Künstler*innen) & Finissage am 20.03.2020, 19:00 – 21:00 Uhr

Zu den Kühnster*innen:
Juex: https://anainnkollektiv.com/juex/
Teil des Kunstkollektivs Ana Inn
Webseite:https://anainnkollektiv.com/about/

Archiv-Screenshot:

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