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Alltagsartefakte: Pizza-Gedichte

Bildende Kunst Literatur Eröffnung Ausstellung
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1 Termin
bis Freitag 31. Jänner
17. Jän. 2020 -
Fr 31. Jän. 2020
19:00
Alltagsartefakte: Pizza-Gedichte

Erste Einzelausstellung in Wien @ Colab, Schweglerstraße 46, 1150 Wien

„Den Beleg brauch ich nicht!“ Ein Satz. Unzählige Male in der Woche von uns allen gebraucht. Ein Satz, der zuletzt doch noch einmal größere Diskussionen auslöste, als in Österreich Händler*innen gesetzlich verpflichtet wurden Kaufbelege zwingend auszugeben.

Die Ablehnung, ausformuliert durch den obigen Satz, ist derlei eine Handlung, ob nun bewusst oder ganz beiläufig vollzogen, die primär eine Einordnung eines vermeintlich kleinen Stück Papiers zum Ausdruck bringt: Sie degradiert den Beleg als Ort, indem Wissen sortiert und publiziert wird, zu einem Platz, der für uns in vielen Fällen von keinem größeren Interesse ist. Ein Wegwerf- und Abfallprodukt. Obwohl der Beleg detaillierte Angaben über Ort, Objekt des Tauschs, die Tauschenden, rechtliche Ansprüche und dergleichen auf kleinster Fläche zusammenfasst und öffentlich zur Schau stellt – er interessiert uns vielfach nicht. Er ist Müll.
Der Kaufbeleg repräsentiert eine Ordnung des Warentauschs, die in ihrer Allgegenwart so durch die daran Beteiligten verinnerlicht ist, dass es die physische und konkrete Repräsentation vielfach nicht mehr Bedarf.

Und doch bietet der Beleg, so sehr er durch juristische Prozesse und die Ordnung des Warentauschs in unserer gesellschaftlichen Form definiert und geformt wird, eine Lücke. Teils erlauben sich die Ausstellenden ihre Belege mit zusätzlichen Informationen anzureichern – lustigen Weihnachtsgrüßen oder unglaublich tollen Angeboten.
In, von uns aktiv beeinflussbarer Art und Weise aber, werden zum Beispiel bei Bestellungen von zubereiteten Gerichten zumeist Sonderwünsche auf dem Zettel sichtbar gemacht.

Sandro Nicolussi hat über das vergangene Jahr in seinem zur Ausstellung kommenden Projekt versucht, sich diese Räume anzueignen und mit dem Mittel der Sprache zu Orten der Poesie umzuformen. Die Belege ihrem rein funktionalen Zweck als ultimativen Beweis einer vollzogenen Transaktion zu entreißen und sowohl inhaltlich als auch funktional neu zu determinieren.
Sein Ansinnen: Bei jeder bestellten Pizza in Form eines Gedichts zu erreichen, dass diese geschnitten dargereicht wird.
Die so kreierten und vielfach in kindlich-naiver Sprache ausgestalteten Gedichte nähern sich hierbei ganz unverstellt dem basalen Wesen der Poesie: Sie versuchen durch die geteilte Sprache den Zugriff und das Verständnis von scheinbaren Realitäten ganz konkret zu modulieren und Transformationen eben dieser Realitäten in konkrete Handlungen zu übersetzten.
Nicolussi zeigt mit seinem Projekt auf eindringliche, teils lustige, teils bedrückende Art und Weise, dass sich selbst Orte, die in ihrem primären Wesen Abfallprodukte kapitalistischer Tauschprozesse sind, als Orte des gesellschaftlichen Diskurses subversiv aneignen lassen.

Das Colab lädt zusammen mit dem Künstler an mehreren Tagen im Jänner dazu ein, sich auf eine Reise an diese Nicht-Orte zu begeben und die lyrische Kraft an Orten zu finden, wo diese uns doch so entfernt erscheint. Und danach darf gefeiert werden.

Termine:
17.1 Vernissage & Open Bar. Im Anschluss spielt der Künstler bei der Veranstaltung ANANAS x Tongræber im Das Werk Wien.

31.01.: Finissage
Eintritt: kostenlos. Kein Konsumzwang. Gibt aber eine Bar & Soli-Drinks für das Colab

Zum Künstler:
Sandro Nicolussi wurde Anfang Jänner 1994 in Bregenz geboren. Er lebt und bestellt Essen in Wien, schreibt Texte für verschiedene Medien und legt unter dem Alias BYDL elektronische Musik auf. Er ist Teil des Musikkollektivs hausgemacht und dem Verein Tongræber - Verein elektronischer Klangkunst.
instagram.com/vorarlwiener

Die ausgestellten Kunstwerke können während den Veranstaltungen käuflich erworben werden.

*Allergiehinweise erhalten Sie vor Ort*

Archiv-Screenshot:

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