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Julie Hayward zeigt im Dezember bei gabarage
einen Ausschnitt aus ihrem fotografischen Werk. Die Arbeiten zeigen zufällige und beiläufige Momente eines Spaziergangs, bei dem von der Natur (oder auch von Menschenhand) entstandene Objekte in den Blick der Künstlerin tauchen und dabei ihre skulpturale Schönheit enthüllen. Ein Strauch, der bei Hochwasser zerrissene Stoffreste und Plastiksäcke sammelte, Baumstämme, die umwickelt wurden um sie vor ebendiesem Hochwasser zu schützen. Julie Hayward denkt in Skulpturen, und sieht deswegen die Schönheit dieser gefundenen Objekte – die für jeden anderen wahrscheinlich wertlosen Müll darstellen.
Die zweidimensionale Abbildung geht aber weit über die Dokumentation einer gefundenen Skulptur hinaus. Es zeigt die Fähigkeit unbewusst kreativ tätig zu sein - sei es die Natur, oder der Mensch. Dass Entsorgtes, Verlorenes, Kaputtes alleine durch Beobachtung zu neuem Leben erweckt werden kann.
Julie Haywards Arbeiten werden in der Umgebung von Upcycling-Produkten zu einem Spiegel dessen, was unsere Gesellschaft noch immer weitgehend übersieht. Und obwohl Haywards Fotografien Ästhetik, Schönheit, Farbenpracht und sogar Humor enthalten, wohnt in ihnen ein trauriger Splitter. Ein Dorn der dazu imstande ist an einem Weltbild zu nagen.
