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Die HOLLEREI Galerie freut sich, eine Einzelausstellung ausgewählter Arbeiten von David Zeller (* 1989, AT) im neu gebauten ?Salon? präsentieren zu können. Zeller hat sich über die Jahre eine ungewöhnlich fokussierte, konzentrierte Malpraxis erarbeitet, die altmeisterliches Handwerk in die Gegenwart bringt, und ihre latenten Sollbruchstellen dabei auf unterschiedliche Weise aufzuzeigen anstrebt.
Beim Betrachten seiner Werke gilt der erste Blick meist der handwerklichen Perfektion – die Umsetzung der klassischen Schichtmalerei in Öl ist heute nur selten anzufinden; Zeller arbeitet an seinen Werken meist mehrere Quartale lang, wodurch eine ungewohnt starke auratische Aufladung entsteht. Er arbeitet fast ausschließlich in Werkserien (?Tropen?, ?House of Tropics?, ?Mapping?), innerhalb derer die Werke numeriert werden – sein Schaffen spielt sich streng innerhalb dieser Serien ab. Zu jeder von ihnen gibt es einen vom Künstler konzise verfassten Text, der eine weitere Facette seines Schaffens darstellen könnte, üblicherweise aber nicht ausgestellt wird, und meist auch nicht aufliegt. Hierin legt Zeller explizit dar, was die Zweidimensionalität der Malerei in ihrer Offenheit von Abbild, Gestik und Symbolik leicht in den Hintergrund drängt – Zeller zeigt in diesen Texten eine sehr ähnliche Konzentration, mediale und Selbstbefragung, wie man sie auch in seinem visuellen Werk finden kann.
Zeller verarbeitet in seinem Werk vor allem den Topos des Hegemonialen; Malerei mit ihrer Geschichte als Präsentations- und Herrschaftsmedium, die Nacktheit und Objektifizierung der Dargestellten; er bricht bzw. erweitert diese Dynamiken indem er seine Malerei weder auf Papier oder Leinwand, sondern auf schnödem Pappkarton anbringt – ein Fakt, das für Sammler zeitweise als Sakrileg gegenüber der darauf implementierten Traditionen wirken kann, die Zeller doch so stark verinnerlicht hat. Gerade dieser Bruch ist es aber, der sein Werk auflädt – wie es auch die fotorealistischen Malereien durch die Vermischung von Agenden aus Stillleben, Portraits und Genremalerei popkulturell gleichtun: Hierbei ist der Künstler oft selber ebenfalls abgebildet, und meist ebenfalls nackt. Die Haltung gegenüber seinen Protagonistinnen und
Protagonisten scheint klar: Ich bin einer von euch. Ich dokumentiere was mich berührt.
Wir freuen uns, durch diese Ausstellung den Fokus der HOLLEREI Galerie auf emergente künstlerische Praktiken erneut auszuweiten.
