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Es sprechen
Agnes Husslein-Arco, Direktorin
Monika Faber, Kuratorin
Unter den Künstlern löste die Erfindung der Fotografie 1839 zugleich Faszination und Schrecken aus: Hatten die Porträtmaler zu Recht Angst vor einem drastischen Rückgang ihres Geschäfts, entdeckten andere rasch die zahlreichen Möglichkeiten, die ihnen das neue Medium eröffnete. Viele Maler lernten, selbst mit der Kamera umzugehen, oder beschäftigten Berufsfotografen. Auf Reisen, im Atelier und im Kunstunterricht wurde unermüdlich fotografiert, was Lichtbilder hervorbrachte, die sich von den Konventionen weit entfernten.
Die Ausstellung eröffnet ein Thema, das an ein Tabu rührt – war es den Zeitgenossen sehr wohl bekannt gewesen, dass Maler von Hans Makart bis zu Gustav Klimts Künstler-Compagnie eine ausgesprochene Vorliebe für die Fotografie hatten, redete man nach 1900 nicht mehr offen darüber. Der spielerische und kreative Umgang mit dem Medium ging genau zu dem Zeitpunkt verloren, als die Wiener Secession erstmals Lichtbilder als eigenständige Kunstwerke ausstellte.