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Nitrofieber: Die Verheissungen der Automation

Film Video Screening
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1 Termin
Mittwoch 25. Mai 2016

Der Kinematograph, ingeniöses Vehikel zur automatisierten Abbildung des Sichtbaren, ist zum Leitmedium der Moderne geworden. Mit dem nur ihm eigenen Instrumentarium die Welt darzustellen, aber auch zu dekonstruieren, ist ihm wie kaum einem anderen Medium das Potenzial zu eigen, die Verheißungen der Automation zu visionieren.
Nitrofieber wird sich in dieser Ausgabe seinen stilistisch eindruckvollsten und (nicht immer beabsichtigten) amüsantesten Manifestationen widmen:

In der spritzigen Pathé-Burleske EIN DURCHGEGANGENES AUTOMOBIL werden ironisch die Tücken der tierischen Psychologie auf die Maschine übertragen. Nur wenig später gelingt Pathé mit DIE FABRIKATION DER TASCHENUHREN SYSTEM »LONGINES« ein formal ausgezeichnetes, frühes »Industriebild«.
In Österreich wird dieses Genre – stimuliert durch die Kriegspropaganda – mit Filmen wie [HERSTELLUNG OPTISCHER INSTRUMENTE FÜR DIE ÖSTERREICHISCH-UNGARISCHE ARMEE BEI CARL ZEISS, WIEN] ihre erste Blüte erleben. Karl Köfingers SELBSTANSCHLUSSFERNSPRECHER greift mit Mehrfachbelichtungen und gekonnten Tricksequenzen bravourös die Grammatik des Avantgardefilms auf. In SEFF KOSTET 24 SCHILLINGE mimt Josef Holub, Meister der anarchischen Wiener Filmkomik, eine widerspenstige Kleiderpuppe oder besser gesagt einen renitenten Roboter, und in den Animationsfilmen Bruno Wozaks wird leblosen Automaten durch Heinzelmännchen Leben eingehaucht. DER WILLE ZUM LEBEN, die aufwendigste Dokumentarfilmproduktion der Wienfilm während der Nazizeit, zeigt mit einem heute zynisch anmutenden Pathos, wie Kriegsversehrte mit Prothese und Maschine in der Rüstungsindustrie noch Volk und Führer dienen können. Auch wenn sich die Verheißungen in den filmischen Imaginationen nicht immer erfüllen, wie in Steinwendners witziger Doppel-Conference DER AUTOMAT mit Maxi Böhm, so gehören sie jedenfalls zu den köstlichsten.
Details

L?AUTOMOBILE EMBALLÉE
EIN DURCHGEGANGENES AUTOMOBIL
F 1907
96 Meter, s/w, 35mm

DIE FABRIKATION DER TASCHENUHREN SYSTEM »LONGINES«
Pathé Frères Paris, F 1913
135 Meter, s/w, 35mm

[HERSTELLUNG OPTISCHER INSTRUMENTE FÜR DIE ÖSTERREICHISCH-UNGARISCHE ARMEE BEI CARL ZEISS, WIEN]
Sascha-Film, A 1917
194 Meter, viragiert, 35mm

SEFF KOSTET 24 SCHILLINGE
Walter Holub, A 1919
MIT Josef Holub, Rudolf Walter
205 Meter, viragiert, 35mm

DER SELBSTANSCHLUSSFERNSPRECHER
Karl Köfinger, A 1928
248 Meter, s/w, 35mm

DAS HAMMERBROT SCHLARAFFENLAND
Bruno Wozak/Karl Thomas, A 1937
133 Meter, Ton, s/w, 35mm

DER WILLE ZUM LEBEN
Ullrich Kayser/Georg Withuhn, (A) D 1944
Kamera Karl Kurzmayer
458 Meter, Ton, s/w, 35mm

DER AUTOMAT
Kurt Steinwendners Filmproduktion, A 1964
MIT Maxi Böhm
57 Meter, Ton, s/w, 35mm

Archiv-Screenshot:

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