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Retrospektive
1. bis 28. Juni 2016
Eröffnungsfilm:
DER WEIBSTEUFEL
A 1966, 91 min, s/w, OF, 35mm
01.06.2016, 19:30 | 13.06.2016, 19:00
»Ein Reiter stürmt vor das Hauptquartier der Geier-Bande. ?Wo ist der Chef?!?, ruft er atemlos und stürzt in den Saloon. Der steht am Fuß der Treppe, flankiert von seiner gesichtslosen Crew. In einem knappen Tresengespräch offenbart sich das Versagen des Boten, und mit einem dezent sadistischen Lächeln legt ihn der Bandenboß George Preston um.« So zitiert Oliver Baumgarten in Schnitt (Köln, vom 23.3.2001) Sieghardt Rupps »opening scene« in UNTER GEIERN (BRD/F/I/YU 1964). Mit einem breiten, herrschsüchtig-selbstgefälligen Blecken der weißen Zähne, der sacht gebückten, windigen Körperhaltung und dem bellenden Befehlston gab (Karl-May-) Western-Newcomer Sieghardt Rupp seiner Kinokarriere die entscheidende Wendung.
Ab 1960 hatte man zwar versucht, Rupp im Heimatfilm zum romantischen Liebhabertyp aufzubauen (z. B. DIE FÖRSTERCHRISTEL, BRD 1962). Doch in dieses Rollenklischee ließ sich der gebürtige Bregenzer, der nach erfolgreich abgeschlossenem Reinhardt-Seminar, Theaterengagements in Klagenfurt und Salzburg ans Volkstheater in Wien verpflichtet wurde, nicht pressen: schon nicht als unglücklich verliebter griechischer Partisan in AM GALGEN HÄNGT DIE LIEBE (BRD 1960) oder als banaler Maler Schwarz in LULU (A 1962, ein Remake von DIE BÜCHSE DER PANDORA), der die Ehe mit Dr. Schöns »Kreatur« Lulu nicht verkraftet und zuletzt vor ihrer kalten Laszivität in den Freitod flüchtet.
Ab Sergio Leones FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR (I/BRD/E 1965), wo er als veritabler Bösewicht Esteban Rocco auch international reüssierte, blieb er bis zuletzt ein cineastischer Geheimtyp. Zum Star wurde Rupp erst in den 70er-Jahren durch das Fernsehen, mit sieben Einsätzen als TATORT-Zollfahnder Kressin. Der Theaterarbeit blieb er bis Ende der 90er-Jahre treu und wurde für seine Darstellung des Dirigenten Wilhelm Furtwängler (1997, Theater in der Josefstadt) mit der Kainz-Medaile ausgezeichnet.
