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Total Automation Filmprogramm 2: Controlling Machines

Film Video Screening
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1 Termin
Donnerstag 12. Mai 2016

12/5 2016

18:00
Programm 2: Controlling Machines

In ihren Aufgaben, ihren Leistungen und ihrer Zweckmäßigkeit werden Maschinen zumindest sprachlich von ihrem Objektstatus abgekoppelt. Damit wird ihnen eine erweiterte Autonomie zugesprochen. Bereits in den 1920er-Jahren konnten Maschinen »sehen«, Computer waren schon in den 1960er-Jahren keine bloßen Werkzeuge und mittlerweile braucht es auch keine Menschen, die auf ominöse Steuerungsknöpfe drücken, um maschinelle Vorgänge aufrechtzuerhalten. Controlling Machines beleuchtet die Bereiche Produktion, Automatisierung und Kontrolle und die Statuswahrnehmung von Maschinen im Laufe der Zeit. Dafür verbindet das Programm Auszüge aus der Sammlung des Filmarchiv Austria mit Arbeiten zeitgenössischer Künstler/innen in kuratorischer Arbeit der Kunsthalle Wien sowie das dystopische Frühwerk von Stanley Kubrick THX 1138 (US 1971).

18 Uhr

Computer – Werkzeuge der Information
Produktion Schneiderbauer, A 1968

»Sehende Maschine« Auszug aus Erzeugung und Verpackung der Zigaretten
Karl Köfinger, A 1928

Der Automat
Kurt Steinwendner, A 1964

Countering Capitulation
Gerald Nestler, A 2013?2014

Dead Reckoning
Zbyn?k Baladrán, CZ/F 2014

5000 Feet is the Best
Omer Fast, D/US 2011

20 Uhr

THX 1138
George Lucas, US 1971 | 86 min | Farbe, OF, 35mm
Buch: George Lucas, Walter Murch | Kamera: Albert Kihn, David Myers | Mit: Robert Duvall, Donald Pleasence, Don Pedro Colley, Maggie McOmie, Ian Wolfe

Sechs Jahre bevor Star Wars (US 1977) erstmals unser Universum eroberte, kreierte George Lucas ein düsteres Stück Filmgeschichte. Dem breiten Publikum blieb THX 1138 mit seinem erdrückenden Zukunftsbild fremd, Kritiker zeigten sich aber von Anspruch und künstlerischer Umsetzung überzeugt. Gefühlsverbannung, totalitäre Enthumanisierung, totale Automatisierung und ein unbändiger Kampf gegen das Menschsein prägen die Geschichte des bildgewaltigen Frühwerkes des Kultregisseurs. Nicht nur durch die starke Stilisierung einer neuen oder dystopischen Welt sind Parallelen zu Fritz Langs Metropolis oder Kubricks 2001: A Space Odyssey gegeben, THX 1138 ist ebenfalls ein vielschichtiger, komplexer Film mit einem Ende, das viele Interpretationen zulässt.
Total Automation

1921 schrieb Karel ?apek in seinem utopischen Kollektivdrama R.U.R. erstmals von Robotern. In den 1930er-Jahren sprach Sigmund Freud vom Menschen als Prothesengott. Heute avancieren wir als Schöpfer von Ersatzteilen selbst zu Werkzeugen, die unter der Kontrolle von Maschinen stehen. Von der Zähmung des Feuers bis zur Erweiterung und Vervollkommnung der eigenen Organe durch Technik haben der Mensch und seine Maschinen im globalen System der automatisierten Moderne somit ihren eigenständigen Status verloren.

Was uns Film seit Anbeginn dessen Produktion als Fiktion vor Augen führte, erreicht uns im Zeitalter der erweiterten technischen Reproduzierbarkeit nicht mehr nur als Werk der Kunst, sondern als Teil eines übertechnisierten Alltags. Die Schöpfer sind zu Werkzeugen der Erzeugenden und somit selbst zum Werk der Erzeugung geworden: selbstlernende Algorithmen, Roboter, mechanische Kommunikationshilfen, lebenserhaltende Maßnahmen, lebensberaubende Gefahren, webbasierte Vernetzungskanäle, virtuelle soziale Räume. Wir schweben auf (Daten)Clouds und fühlen uns verloren, wenn sie mal nicht sind – eine Mensch-Technik-Beziehung begründet auf Abhängigkeit.

Doch wie weit geht sie? Die Automatisierung hat unzählige Formen angenommen. Was bei Henrik Galeen, Fritz Lang oder Stanley Kubrick noch als spekulative Filmfantastik galt, ist zur Teilrealität geworden. Künstlich geschaffene Prothesen haben eine Autonomie erlangt, ein Eigenleben entwickelt und damit auch die traditionelle Objekt- und Subjekt-Trennung in Frage gestellt.

Total Automation widmet sich in drei zusammenhängenden Programmen dieser Entwicklung sowie den sie begleitenden Bildern, Ängsten, Utopien und Dystopien. Mit einer Collage aus historischen Werbefilmen, wissenschaftlichen Dokumentationen, experimentellen Filmarbeiten zeitgenössischer Künstler/innen und ausgesuchten Spielfilmen der Filmgeschichte soll die Automatisierung und das in ihr verborgene Übernatürliche, Magische und Irrationale dort eine Projektionsfläche finden, wo schon immer ein anderer Blick auf die Welt definiert wurde – in der Maschine Kino.

Kurator/innen: Anne Faucheret (Kunsthalle Wien), Tomá? Mikeska (Filmarchiv Austria)

Mit einem Ticket für das Filmprogramm Total Automation erhalten Sie in der Kunsthalle Wien ein Ausstellungsticket zu The Promise of Total Automation für EUR 2.

***

Termine

Mi 11/5, 20 Uhr
Do 12/5 & Fr 13/5, jeweils 18 Uhr
Filmprogramm: Total Automation

Mi 11/5, 18 Uhr
Kurator/innenführung mit Anne Faucheret and Tomá? Mikeska
?In Kooperation mit Filmarchiv Austria

Archiv-Screenshot:

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