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Performances und Installationen
16. März 2016, 16:00 - 22:00
Votivpark-Garage, 1090 Wien, Universitätsstraße, Ausgang Universität
Kunst im öffentlichen Raum: Kooperation der Angewandten und WIPARK
Einladung zu Performances und Installationen: KunstRaumGarage
Die geschichtsträchtige Votivpark-Garage wird zum Hotspot für Kunst im öffentlichen Raum. Garagen bieten nicht nur Platz für parkende Autos, sondern auch für Kunst im Untergrund.
Programm mit Arbeiten von Studierenden, kuratiert von Barbara Holub
16 Uhr: Installationen, Screenings, Sound-Installationen
17 Uhr: Performance (Sigmund Freud Park bis hinunter in die Garage)
18 Uhr: Eröffnung durch WIPARK-Geschäftsführung und Rektorat Angewandte (Vorraum, Zugang von unterer Straßenbahnebene/ Jonas-Reindl)
19 Uhr: Lesung ?WE PARK WE WRITE? von Sarina Scheidegger mit Hannah Bruckmüller und Grzegorz Kielawski (Kiosk, ehem. Drive-in-Schalter, 1. UG)
20 Uhr: Sound Performance ?Digesting the material here? von Marie Huth (1.UG/ Votivpark-Garage)
KünstlerInnen:
Joanna Zabielska, Lisa Puchner, Hana Krizanova, Oliver Alunovic, Matilde Igual, Lei Feng, Sarina Scheidegger, Kollektiv OutSight, Marie Huth
Die prestigeträchtige Votivpark-Garage (errichtet 1962) basiert auf der innovativen Überlegung von Roland Rainer, den Individualverkehr vor dem Stadtzentrum abzufangen und die Innenstadt vor der weiteren Verkehrsbelastung zu schützen. Sie zeichnet sich durch eine herausragende architektonische Qualität aus und wurde mit visionären Konzepten wie einem Drive-in Bankschalter, Hostessen auf Rollerskates zur Parkplatzeinweisung, einem Café, Hebebühnen für Autobastler u.a. eröffnet.
Die mittlerweile brachliegenden Qualitäten und Möglichkeiten werden im Zuge der Renovierung nun durch temporäre Kunstprojekte von Studierenden der Universität für angewandte Kunst Wien neu interpretiert. Die stadträumlich besondere Lage der Votivpark-Garage unterhalb des Sigmund-Freud-Parks (und mit einem Eingang direkt vom Jonasreindl) wird dabei wieder sichtbar in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt.
Das Projekt KunstRaumGarage wurde 2013 von WIPARK, einer der größten Parkgaragenbetreiber in Wien, in Kooperation mit Bettina Leidl (departure / wirtschaftsagentur wien) und Barbara Putz-Plecko (Universität für angewandte Kunst Wien) initiiert. Basierend auf einem 3-Jahreskonzept von Barbara Holub wurden geladene Kunstwettbewerbe für die Garage Freyung und die Votivpark-Garage durchgeführt, die Fragestellungen von Mobilität thematisieren und die Garagen als öffentlichen Raum für Kunst nutzen. Parallel wurden Projekte mit Studierenden in Kooperation mit den Abteilungen Kunst und kommunikative Praxis (Prof. Barbara Putz-Plecko) sowie Social Design an der Universität für angewandte Kunst Wien entwickelt (geleitet von Barbara Holub, Markus Hanzer und Susanne Jalka).
2015 wurden in der Garage Freyung ?Kathedrale der Moderne? von Linda Bilda als eine Art ?Leitsystem durch Kunst? und ?MusikRaumGarage? von Peter Oroszlany / Stéphane Chlor (basierend auf einem Konzept von Dilruba Erkan) als experimentelle ?Probebühne? (www.musikraumgarage.at) installiert. 2016 werden die Siegerprojekte der geladenen Kunstwettbewerbe von Andreas Fogarasi (Garage Freyung) und Krüger/ Pardeller (Votivparkgarage) umgesetzt.
Die Projekte
1 Joanna Zabielska ?Skafander?
Performance
?Skafander? thematisiert die mangelnde Kommunikation zwischen der inneren und äußeren Welt von motorisierten Vehikeln, die sich im Raum bewegen. Auto fahren wird in Bezug gesetzt zu der Erfahrung des Erforschens von Unterwasserwelten. Für ihre Performance hat die Künstlerin einen Spezialtaucheranzug aus recycelten Auto- und LKW-Teilen angefertigt, die sie vom Sigmund-Freud-Park in eine visionäre Tiefseereise in die Votivparkgarage führt.
2 Lisa Puchner ?Sound Picture Stories?
Spiel/ Performance; 16.00-18.30
Die Sounds der Votivparkgarage und damit ausgelöste Assoziationen sind der Ausgangspunkt für das Spiel: Dabei wurden Aufnahmen von Geräuschen aus der Tiefgarage an die Oberfläche des Sigmund-Freud-Parks gebracht und dort ohne Bekanntgabe des Aufnahmeorts zufällig Anwesenden vorgespielt. Die Teilnehmenden wurden gebeten, Zeichnungen zum Gehörten anzufertigen. Daraus entwickelte sich ein visuell-akustisches Memory-Spiel, das nun erstmals als App auf einem Tablet gespielt werden kann. Das Spiel soll weiterentwickelt – und womöglich auch als Version für Gehörlose – adaptiert werden.
3 Hana Krizanova ?The Forest Project?
Sound-Installation
Die Votivparkgarage mutet an, als würde man in einen Wald versinken: Die Pfeiler wären Baumstämme, die Autos große Käfer und die Lichtöffnungen geheime Lichtungen. Um diese spezielle Poesie zwischen dem darüber liegenden Sigmund-Freud-Park und dem darunter verborgenen Wald zu enthüllen entwickelte die Künstlerin eine eigene Toninstallation für jede der beiden Garagenebenen – wie ein schwindendes Gedächtnis, das kurz an Blätter, Äste oder Vögel erinnert, bevor es sich wieder auflöst.
4 Oliver Alunovic ?Axonometrische Projektion, Erdgeschoß?
Billboard
Der Vor-Raum der Tiefgarage wird zeichnerisch behandelt. Dieser Raum dient als Puffer, er trennt die Architektur der Garage von der Infrastruktur des öffentlichen Wiener Verkehrs. Es ist ein Übergangsraum – kein Teil der öffentlichen Wiener Infrastruktur, aber auch noch keine Garage. Ein Transitraum. Die Zeichnungen folgen einer Planästhetik und architektonischen Darstellungsmethoden von Raum, die unmöglich für künftige planerische Interventionen heranzuziehen wären. Sie verdoppeln als Billboard die Situation, in der wir uns befinden, und verdeutlichen sie dadurch.
5 Matilde Igual ?Hiding Under the Spotlight?
Installation
Ein Raum im Raum, ein Ort anzuhalten, ein Ort, der uns an einen anderen Ort transportiert. Ein Vorhang unter einer Lichtkuppel fokussiert als zylindrischer Raum das Licht nach unten, und referiert somit räumliche als auch psychoanalytische Fragen. Der Vorhang schützt uns vor Blicken, und zieht durch seine Theatralik gleichzeitig Blicke an. Er schafft einen Raum, ein Versteck, das uns möglicherweise mit der äußeren Welt verbinden könnte und thematisiert damit diese fragile Beziehung.
6 Lei Feng ?The River as Timepiece?
Installation
Ist die aktuelle postindustrielle Wahrnehmung der einzige Weg, Zeit zu messen? Oder gibt es andere Möglichkeiten die Bedeutung der spirituellen Struktur oder die Schönheit von Zeit zu erforschen? Kollektive einminütige Amateur-iPhone-Videos bilden die 24 Zeitzonen gleichzeitig ab, und erinnern die BetrachterInnen daran, dass wir in einer Welt leben, die parallele Zeit, Raum und Kultur enthält. Es gibt nicht nur einen Weg Zeit zu durchqueren. Handies wurden als Austauschmedium aufgrund ihrer Schnelligkeit, Flexibilität und Mobilität gewählt – ähnlich den Qualitäten von Autos in den 1960er Jahren.
7 Sarina Scheidegger ?WE PARK WE WRITE?
Publikation und Lesung
Zwischen Dezember 2014 und Mai 2015 wurden verschiedene Autor_innen eingeladen einen Tag im ehemaligen Kassenhäusschen der Votivparkgarage zu verbringen und vor Ort an einem kollektiven Text zu schreiben. Die «Garagenschreiber_innenresidenz» nimmt Bezug zu den «Stadtschreiber_innen» und versammelt Textfragmente mit journalistischen, literarischen, kulturanthropologischen, künstlerischen und stadtpolitischen Blicken, die nun als Publikation versammelt sind und in der Votivpark-Garage zur freien Entnahme zur Verfügung stehen.
?WE PARK WE WRITE?, hrsg. Sarina Scheidegger, Stingray Editions, 2016. Mit Beiträgen von Hannah Bruckmüller, Martin Chramosta, Cornelia Frischauf, Victor Goll, Barbara Holub, Susanne Jalka, Grzegorz Kielawski, Nora Locher, Rudolf Stueger, Sarina Scheidegger
8 Kollektiv OutSight ?Running Sushi Festival?
Filmscreening
Ist Kunst weniger wert als gutes Essen? Unsere Business-Gesellschaft, schnelle Autos und schneller Konsum lassen uns nicht zur Ruhe kommen. In diesem eintägigen Videofestival können wir uns mit Videos, die sich diesen Themen in einem Kontext abseits von White Cube oder üblichen Screening-Settings/ Kino widmen, verlangsamen.
9 Marie Huth ?Digesting the Material Here?
Installation und Performance
Marie Huth nutzt die Windungen der Garage und des Jonas-Reindls um Wien einen ?Ort der Verdauung? zur Verfügung zu stellen: Unverdaute Erlebnisse sollen hier entgiftet werden, u.a. mit Hilfe einer Neukomposition basierend auf Chopins ?Trauermarsch?, der mit einem zeitgenössischen Text und einer opulenten Installation die Verdauung anregen wird.
Präsentation von MusikRaumGaragen von Peter Oroszlany, Dilruba Erkan und Stéphane Chlor
www.musikraumgarage.at
