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Retrospektive Oskar Werner

Film Video Ausstellung Screening
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1 Termin
bis Sonntag 1. Februar
1. Dez. 2014 -
So 1. Feb. 2015
19:00
Retrospektive Oskar Werner

»Was mich nicht interessiert, das spiele ich nicht.«
Oskar Werner – die große Retrospektive
01. Dezember 2014 bis 01. Februar 2015

Über das Wesentliche an der Leinwanddarstellung meinte Oskar Werner: »Im Film muss man so sein, als wenn man von der Straße entdeckt worden wäre. Man darf überhaupt nicht merken, dass Sie ein Schauspieler sind. Man muss glauben, Sie sind jetzt der Zuhälter von der nächsten Straße, oder der Versicherungsagent, oder Sie sind ein Dirigent, oder ein Doktor.« Sieht man sich seine Rollen an, so ist ihnen gemeinsam, dass er eine Vorliebe für widersprüchliche Charaktere zeigte. Werner hatte kein Interesse an psychologischen Abziehbildern: Ob Schurke, Komponist, Arzt, politischer Opportunist oder Soldat, er versuchte jedes Mal so realistisch wie möglich vor der Kamera zu agieren.
Sein Talent wurde bald über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt und mit 28 Jahren wirkte er bereits in einem Film »Made in USA« mit. Er bemerkte aber sehr bald, dass man mit ihm in Hollywood »nur Filme machen will, als wenn ich im Drugstore entdeckt worden wäre! Da sagte ich: Schauen Sie, mit Mickey-Mouse und Rin-Tin-Tin kann man auch Filme machen, die waren auch Movie-Stars, aber die können nicht Shakespeare spielen.« Die ihm angebotenen Drehbücher fand er indiskutabel; in Europa, waren sie nicht besser. Werner sagte: »Was mich nicht interessiert, das spiele ich nicht. Ich glaube, es ist furchtbar wichtig, dass ein Schauspieler die Panik überwindet, alles spielen zu müssen, was man an ihn heranträgt.« Werner gesteht, dass »der Unterhaltungsfilm auch seine Berechtigung [hat], aber man vergisst, dass es darum geht, Menschen und Schicksale darzustellen.«
Aufgrund dieser Erfahrungen machte Werner alsbald das Drehbuch oder den Regisseur zum ausschlaggebenden Kriterium seiner Mitarbeit. Wichtig war ihm vor allem ein vertragliches Mitspracherecht bei der Gestaltung seiner Rolle. Er musste aber die Erfahrung machen, dass selbst ausgeklügelte Verträge keine Garantie sind, beim Film alle und alles zu kontrollieren. Diese ständige Auseinandersetzung – in den meisten Fällen bereits während der Produktionsvorbereitungen – führte dazu, dass man Oskar Werner als »schwierig« einstufte. Von lokalen Theater- wie Filmproduktionen enttäuscht, ging Werner Anfang 1964 nochmals in die USA mit der Bemerkung: »Ich habe die Nase voll von Analphabeten, die gar nicht wissen, worum es geht, als schwierig bezeichnet zu werden. Da gehe ich doch lieber zu denen, die mich lieben.« Werners Schauspiel-Leistungen wurden in den USA anerkannt (Golden Globe, Nominierung für den Academy Award), woraufhin er eine Flut an Angeboten erhielt. Dennoch blieb der Künstler standhaft und verfolgte weiterhin sein hehres Ziel, nur in Filmen mitzuspielen, die ihm auch inhaltlich zusagten. Nach zwölf Jahren Hollywood belief sich sein Resümee auf über 300 abgelehnte Filme. Bei den realisierten lässt sich seine Handschrift erkennen: Oskar Werner hatte einen ungetrübten Blick bei der Rollenauswahl und fällte meistens die richtige Entscheidung. Das Resultat: Eine erlesene Aus- wahl an Filmen, von denen die meisten bis heute im Gedächtnis geblieben sind.

Raimund Fritz

Archiv-Screenshot:

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