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23. Juni 2008
Ort: IFK
Zeit: 18 Uhr c. t.
Vortrag
PETER PROBST
OSOGBO ODER DIE DREI WEISEN VON PRÄSENZ
In den späten 1950er-Jahren begann die österreichische Künstlerin Susanne Wenger in der nigerianischen Stadt Osogbo mit einem eigenwilligen Kunstprojekt: Der einst von Bildwerken nahezu freie Hain der lokalen Schutzgottheit Osun wurde nach und nach mit großen, von der lokalen Ästhetik bewusst abweichenden Architekturen und Zementskulpturen versehen. Nach jahrzehntelangen Debatten um die Legitimität des Projekts erklärte die UNESCO im Sommer 2005 den sogenannten Osun-Hain auf Antrag der nigerianischen Regierung zum Weltkulturerbe. Peter Probst zeichnet in seinem Vortrag die Geschichte des Kunstprojektes mitsamt seinen Konfliktlinien nach. Dabei geht er besonders auf das von Susanne Wenger selbst immer wieder betonte Moment von Präsenz ein. Er diskutiert im Vortrag, welche Modalität von Präsenz dem Kunstprojekt zugrunde liegt, wie diese in Beziehung zu anderen Konzepten von Präsenz steht und wie sie von anderen Akteuren in Osogbo artikuliert wird.
Peter Probst ist Associate Professor für afrikanische Kunstgeschichte und Anthropologie an der Tufts University in Boston/Medford, USA. Er ist Mitherausgeber der Zeitschriften “Critical Interventions” und “Journal of African History”. Forschungsschwerpunkte: Globalisierung von Gedächtnis und Ästhetik des Ortes. Er ist IFK_Senior Fellow.
Publikationen (u. a.): Producing Presence. The Art of Heritage in a Nigerian City (in Vorbereitung); An African Journey. Cultural Heritage and the Popularity of Primitivism, in: RES. Journal of Anthropology and Aesthetics, Bd. 51, 2007; Picturing the Past. Photography, Heritage, and the Politics of Appearance in a Nigerian City, in: Ferdinand De Jong, Michael Rowlands (Hg.), Reclaiming Heritage, London 2007; Between Resistance and Expansion, Rochester 2004; Kalumbas Fest, Münster 2005; African Modernities, Oxford 2002.
