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Max Neufeld gibt E. T. A. Hoffmann, der über einem Schoppen im Gastkeller Meister Luthers von drei schauerlichen Begebenheiten zu erzählen weiß: von der Bekanntschaft mit einem merkwürdigen Erfinder, der ihm erst eine Brille gab, durch die er eine idealisierte Version des Daseins sieht, um ihn dann mit einer mädchengleichen Puppe, die er für einen lebendigen Menschen hält, zu verkuppeln – ein trauriges Begehren –, dann von einer betörenden Gefangenen, für die er seine Seele, seinen Schatten verliert und nur mit Not knapp wiedererlangt, und schließlich von einer Geige, die klingt wie ein Mensch … HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN ist erst einmal ein wohlgeratener Bilderbogen von opak-sinistrer Üppigkeit, dann aber auch ein Bruch der Motive und Obsessionen, die durch die Dekaden Neufelds Schaffen immer wieder inspirieren: die Menschen- Puppe, um nur ein Beispiel zu nennen, taucht später in CSIBI, DER FRATZ wieder auf, in der (Selbst-) Inszenierung einer erwachsenen Frau als Gör. Max Neufeld: romantischer Handwerksmeister? – So könnte man es ausdrücken. (om)
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8. Februar bis 4. März 2008, Metro Kino
Ein Pionier des österreichischen Unterhaltungskinos
Kaum ein österreichischer Filmschaffender stand so lange für erfolgreiches Unterhaltungskino wie Max Neufeld. In einer Zeitspanne von nahezu 40 Jahren hat er über 100 Filmproduktionen als Schauspieler und Regisseur geprägt, dennoch zählt er heute zu den “großen Unbekannten” der österreichischen Filmgeschichte. Max Neufeld, ein Titan des Unterhaltungskinos, einer der in Österreich und im europäischen Exil ein Werk von seinerzeit selten internationalem Renommee hinterlassen hat, wurde von der Filmgeschichte bislang eher vernachlässigt.
