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Vortragende: Barbara Jenner
Der direkte Blick in die Kamera ist, Tom Gunning zufolge, wesentliches Merkmal des frühen Films, der weit mehr an einer „Zur-Schaustellung“ als an einer in sich geschlossenen Narration interessiert ist.
Dieser Blick, so Gunning, dient der Kontaktaufnahme und Interaktion mit dem Zuschauer und ist kennzeichnend für die Verbindung, die das „Kino der Attraktionen“ mit seinem Betrachter herstellt. Im frühen erotischen Film hingegen zeichnet sich ein anderer Blick ab, der nicht mehr das Publikum adressiert, sondern vielmehr als ein kommunizierender Blickwechsel zwischen DarstellerInnen und Operateur zu verstehen ist. Es ist dies ein Blick, der als Blick sichtbar wird, der das “Außerhalb des Bildfeldes“ (Burch) im visuellen Feld des Filmbildes quasi einschließt. Die Grenze zwischen Operateur und DarstellerInnen und schließlich die zwischen DarstellerInnen und Publikum scheint plötzlich aufgehoben. Dies macht sowohl eine Schaulust, als auch eine Skopophilie im Freudschen Sinne, deren Bedingung die vom Kino erzeugte Illusion voyeuristischer Distanziertheit ist, unmöglich. Anhand verschiedener Filmbeispiele soll nach Möglichkeiten der Identifizierung beziehungsweise der Subjektkonstituierung gefragt werden, wie sie das Blickdispositiv des frühen erotischen Films ermöglicht.
Vortrag im Rahmen der Reihe Gender Studies an der Angewandten.
Ein Kooperationsprojekt der Universität für angewandte Kunst Wien und der Kunsthalle Wien.