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History of Horror #1

»Das Unheimliche«
Film Filmreihe
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34 Termine
Mittwoch 8. April
Mittwoch 8. April - Mittwoch 6. Mai
Donnerstag 9. April
Freitag 10. April
Samstag 11. April
Sonntag 12. April
Montag 13. April
Mittwoch 15. April
Sonntag 19. April
Montag 20. April
Dienstag 21. April
Donnerstag 23. April
Freitag 24. April
Samstag 25. April
Sonntag 26. April
Montag 27. April
Dienstag 28. April
Mittwoch 29. April
Donnerstag 30. April
Freitag 1. Mai
Samstag 2. Mai
Sonntag 3. Mai
Montag 4. Mai
Dienstag 5. Mai
Mittwoch 6. Mai

Retrospektive

Von den einen verteufelt, von den anderen verehrt – in den kommenden drei Monaten widmen wir uns einem Filmgenre, das die Gemüter seit jeher spaltet. Vielleicht auch deshalb, weil es selbst von einem Widerspruch lebt: der Lust an der Angst. Horrorkino versetzt in Alarmbereitschaft und erlaubt zugleich die sichere Distanz zur Bedrohung. Seit seinen Anfängen fungiert es darüber hinaus als Resonanzraum gesellschaftlicher Spannungen – ein Ort, an dem Traumata, repressive Ordnungen, Schuldgefühle, moralische Konflikte und Zukunftsängste Gestalt annehmen. In seinen Bildern wird erfahrbar, was im Alltag oft unsichtbar bleibt.

Wenn bekannte Orte fremd wirken, Gewohnheiten Risse bekommen, Beziehungen ins Wanken geraten und Wahrnehmung nicht mehr deckungsgleich mit der Wirklichkeit erscheint, beginnt das Unheimliche. Sigmund Freud beschreibt in seinem Essay von 1919 dieses Gefühl als Rückkehr des Verdrängten im Bekannten: Das Vertraute (= Heimelige) kippt, so wird eine latente Bedrohung spürbar. Dass das Kino kurz nach dem Ersten Weltkrieg verstärkt solche Irritationen hervorbringt, erscheint kaum zufällig. Die Erfahrung kollektiver Erschütterung findet hier eine ästhetische Form – in Schattenräumen, bizarren Perspektiven und Figuren, die sich zwischen Leben und Tod, Traum und Wirklichkeit bewegen.

Unsere Zusammenstellung von 18 Werken aus unterschiedlichen Ländern und Epochen erkundet dieses Motiv aus vielfältigen Perspektiven: Räume, die ihre Bewohner zu verschlingen scheinen; Landschaften, in denen Zeit und Identität erodieren; Familiengefüge, die sich als fragile Konstruktionen erweisen.

Filmtheoretisch lässt sich das Unheimliche als Spiel mit Sichtbarkeit und Suggestion begreifen. Häufig entsteht das Grauen aus dem, was sich entzieht: ein Geräusch hinter der Wand, ein Schatten im Augenwinkel, eine Lücke im Gedächtnis. Was außerhalb des Bildes liegt, also Ton, Rhythmus oder Montage, aktiviert unsere Fantasie. Dabei arbeitet das Genre mit Reduktion ebenso wie mit Überwältigung und macht Wahrnehmung selbst zu seinem eigentlichen Schauplatz. Expressionistische Verzerrung, suggestiver Studiogrusel, folkloristische Mythisierung und psychologischer Realismus entwickeln je eigene Strategien, das Unheimliche erfahrbar zu machen. So entsteht ein Kino der Schwebezustände, das weniger Antworten liefert, als Gewissheiten erschüttert.

Im Mai und Juni setzen wir unsere Reisen durch die Geschichte des Horrorfilms unter den Motiven »Das Übersinnliche« und »Das Bedrohliche« fort.

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