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Der US-amerikanische Tech-Milliardär und Weltuntergangsprophet Peter Thiel und der linke Theologe Wolfgang Palaver sind von den Wiener Festwochen | Freie Republik Wien zu einer öffentlichen Debatte zum Thema „Armageddon und Antichrist? Von der Theologie zur Realpolitik“ eingeladen.
In der diesjährigen Festivalausgabe REPUBLIC OF GODS werden in einer Vielzahl von Veranstaltungen die Verbindungen zwischen Religion, Tech-Kapitalismus und Realpolitik befragt. Einer der bekanntesten Weltuntergangspropheten ist der umstrittene Palantir-Gründer und Demokratieskeptiker Peter Thiel, dessen Einfluss bis in die höchsten Kreise der amerikanischen Politik reicht. Er bezeichnet mal den totalitären Weltstaat, mal woke Ideologien oder Greta Thunberg als Antichrist.
Instrumentalisiert Thiel die christliche Endzeitlehre zur Pseudoreligion und politischen Selbstermächtigungsstrategie eines Libertären? Eine antagonistische Position vertritt Wolfgang Palaver, emeritierter Theologieprofessor und Thiel-Kenner. Er vertritt den Sozialstaat, das Gemeinwohl und steht für die Katholische Soziallehre, die von einer Weltautorität wie der UNO, aber mit tatsächlichem Handlungsspielraum umgesetzt werden soll. Thiel und Palaver hantieren mit ähnlichen Begriffen und begründen ihr Denken mit dem französischen Religionsphilosophen René Girard. Doch im Gegensatz zu Thiel wendet Palaver die Begriffe aus der christlichen Apokalyptik in eine friedensethische, multilaterale Richtung.
Peter Thiel gilt als mächtiger Strippenzieher, der bevorzugt im Hintergrund agiert. Seine Antichrist-Vorlesungen fanden weltweit unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Geplant ist am 7. Juni um 20 Uhr im Hotel InterContinental eine erstmalig öffentliche Veranstaltung mit Peter Thiel und Wolfgang Palaver, moderiert von Milo Rau. Es sind drei professionelle Responses als Reaktion auf die Debatte geplant, die anschließend für Publikumsfragen geöffnet wird. Beide Diskutanten haben zugesagt. Peter Thiel bekommt keine Gage.
Bereits im Vorfeld kursierten Medienberichte hierzu und riefen kritische Gegenstimmen auf den Plan. Entsprechend der demokratischen Verfassung der Freien Republik Wien und dem Vorgehen, dass sie sich mit dem Cancel-Prozedere der Wiener Erklärung gegeben hat, wird deshalb eine Debatte der Republik abgehalten, bei der öffentlich über die Gründe für die Einladung von Palaver und Thiel gesprochen wird und alle Meinungen dazu gehört werden.
Die Debatte der Republik findet am Freitag, den 29. Mai, um 16 Uhr im Theater Odeon statt. Auf Basis dieser offenen Debatte wird die Geschäftsführung der Wiener Festwochen am Samstag, den 30. Mai, eine Entscheidung treffen, ob die Veranstaltung wie geplant stattfinden kann.
Den Fragen der Öffentlichkeit stellen sich Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen, Sara Abbasi, Leitende Dramaturgin und Wolfgang Palaver, Theologe. Die Politikwissenschaftlerin Monika Mokre ist vom Rat der Republik anwesend. Presse und Öffentlichkeit sind eingeladen.