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Wem gehört der Wiener Aktionismus?

Performance Kunst Diskussion
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1 Termin
Samstag 6. Dezember 2025

PODIUMSDISKUSSION
WEM GEHÖRT DER WIENER AKTIONISMUS?
Über den Umgang mit dem Erbe von Brus, Nitsch, Schwarzkogler und Muehl

Mit Carola Dertnig, Fatima Hellberg (angefragt), Markus Peichl, Paul-Julien Robert, Elisabeth Schäfer, Julia Moebus-Puck (angefragt), Sophia Süßmilch, Milen Till

Moderation: Christine Scheucher

Wir laden Sie herzlich zu einer Podiumsdiskussion über die Neubewertung des Wiener Aktionismus ein - einer Kunstbewegung, die sich durch Tabubruch, Grenzüberschreitung und radikale Körperlichkeit gegen repressive Strukturen wandte und bis heute den Kunstfreiheits-Diskurs bestimmt.

60 Jahre nach seinem Entstehen bekommt der Wiener Aktionismus wieder ungeahnte Aktualität. Politische Protestbewegungen wie Letzte Generation oder Pussy Riot bedienen sich teils bewusst, teils unbewusst seiner provokanten Methoden. Die österreichische Venedig-Biennale-Vertreterin Florentina Holzinger sieht sich in seiner Tradition und verbindet ihn mit Feminismus. Junge Künstler*innen wie Sophia Süßmilch oder Milen Till beziehen sich auf ihn und suchen gleichzeitig nach differenzierter Betrachtung. Eine Initiative von Kunsthistoriker*innen und Jurist*innen fordert, dass die Verbrechen, die der Wiener-Aktionismus-Mitbegründer und Kindesmissbrauch-Straftäter Otto Muehl in seiner Friedrichshof-Kommune unter dem Vorwand eines „Gesamtkunstwerks der freien Sexualität“ begangen hat, endlich aufgearbeitet werden. Muehls Missbrauchsopfer kämpfen um Entschädigungen und Wiedergutmachung. Private Kunstsammler gründen das Wiener Aktionismus Museum und stehen in der Kritik, dass sie dadurch nur den Marktwert ihrer Aktionisten-Werke steigern wollen und nicht zwischen Muehl und den anderen Protagonisten der Kunstbewegung unterscheiden.

Vor dem Hintergrund dieser aktuellen Ereignisse diskutieren die Künstler*innen Sophia Süßmilch und Milen Till, die Direktorin des mumok Fatima Hellberg, die Direktorin der Sammlungen des Wiener Aktionismus Museums Julia Moebus-Puck, der Galerist Markus Peichl, die Professorin für Performance an der Akademie der bildenden Künste Carola Dertnig, die sich bereits 2005 mit der Rolle der Frauen im Wiener Aktionismus auseinandergesetzt hat, sowie der Künstler Paul-Julien Robert und die Philosophin Elisabeth Schäfer, die in der Kommune von Otto Muehl aufgewachsen sind, über die Fragen eines verantwortungsvollen Umgangs mit dem Wiener Aktionismus:

Wie gelingt ein differenzierter Blick? Wie weit darf Kunst gehen? Lässt sich das künstlerische Werk von den kriminellen Taten seines Schöpfers trennen? Welche Interessen verfolgt das Wiener Aktionismus Museum? Haben Kunstwissenschaft, Politik und Gesellschaft jahrzehntelang versagt? Gibt es für Opfer von Straftaten, die unter dem Vorwand der Kunstfreiheit begangen werden, weniger Gerechtigkeit als für andere Opfer? Wird eine ganze Kunstbewegung für die Verbrechen eines einzelnen Protagonisten in „Sippenhaft“ genommen? Oder haben es sich alle zu lange zu einfach gemacht?

Die Podiumsdiskussion findet anlässlich der Ausstellung Wiener Aktivismus des Künstlers Milen Till statt.

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